Besuch in der Schöpfi

Es ist kurz nach elf Uhr und ich mache mich ganz neugierig und gespannt auf den Weg in die Heilsarmee Burgdorf. Heute ist "Schöpfi" auf dem Programm. Die Tür steht ein Spalt offen, so dass ich, obwohl noch etwas früh, gleich eintreten kann.

Herzlich werde ich von Therese, Monika und Michel begrüsst. Sie sind gerade mit dem Tische decken fertig. Doch bevor ich einen Blick in den kleinen Saal werfe interessiert mich noch viel mehr, was es denn feines zum Zmittag gibt. Mhmmm, Teigwarenauflauf mit Salat. Monika rührt gerade in der Sauce, welche gleich fertig zum Anrichten ist, dann etwas Käse darüber und schieb, schieb in den Ofen rein. Um dem Blattsalat etwas Farbe zu verleihen, wird eine Karotte geschält und geraffelt. Auch geschnittenes Brot steht bereit.

Bevor die Gäste eintreffen, blicke ich nun aber doch noch in den kleinen Saal. Oh, da ist alles schön vorbereitet und steht in Reih und Glied.

Auf einem kleinen Tisch am Fenster stehen noch so grüne Kisten, was das wohl sein mag? Ah, das sind Lebensmittel vom "Tischlein deck Dich", welche von den Gästen der "Schöpfi" mitgenommen werden dürfen. Ja, da kommen die ersten. Die meisten kommen regelmässig, kennen sich untereinander und wissen wie der Hase läuft.

Einige kenne ich vom Gottesdienst oder sogar noch aus meiner Jugendzeit. Die Köchin stellt den ersten Auflauf zum Schöpfen bereit. Es ist jetzt Punkt zwölf Uhr. Zum Anfang spricht Michel ein Gebet, dankt Gott für seine Führsorge und Gnade. Dann stehen sie alle an und es wird geschöpft. Es dauert gar nicht lange und die erste Form ist putze leer. Doch keine Bange, im Backofen ist Nachschub. Es ist eine fröhliche Gesellschaft im Alter zwischen 3 bis ca. 80 Jahre. Ich fühle mich wohl und das Essen, das schmeckt vorzüglich.

Bei Kaffee und Dessert bietet Severino die letzten Lebensmittel aus den Kisten an. Jemand hat in der Nachbarschaft ein Kleinkind, so kommt auch der Babybrei an den rechten Ort. Und wie das in einer Familie so ist, hilft man sich beim Abräumen, Abwaschen, Stühle Stapeln und Reinigen.

Da lege ich gerne einen Fünfliber ins Schöpfikässeli und freue mich auf einen anderen Mittwoch, wo ich es mir wieder einrichten kann hier zu sein.

 

Bis dahin wünsche ich jeden Mittwoch den Kochs und Köchinnen viel Freude, allen en Guete und Gottes Segen.                                    

 

                                                                                                                                                                          Erika Stettler-Weibel

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    monika mathys (Donnerstag, 24 November 2011 17:54)

    hey ä super Reportage....so wie gäng ...;-)

Oktober

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